Das Teatro Regio Turin lädt Sie vom 6. bis 17. Mai 2026 ein, die zeitlose Schönheit von Vincenzo Bellinis „I puritani“ zu erleben. Diese Oper, 1835 uraufgeführt und Bellinis letztes Werk, offenbart die volle Reife seines Genies. Obwohl die Handlung ein klassisches Liebesdreieck und politische Konflikte im England des 17. Jahrhunderts während der Bürgerkriege zwischen Puritanern und Royalisten umfasst, ist es Bellinis unvergleichliche Musik, die den entscheidenden Unterschied macht. Jede menschliche Handlung, jeder Konflikt, jede Emotion wird in lange, himmlische, geschwungene Melodien verwandelt, die die Zeit stillstehen lassen und seit ihrer Entstehung eine hypnotische Wirkung auf die Zuhörer ausüben.
Bellinis einzigartiger Stil, geprägt von einer „mediterranen Lichtung“ trotz der englischen Kulisse, faszinierte Größen wie Chopin und Wagner und öffnete ihm die Türen zur europäischen Berühmtheit, bevor sein früher Tod im Alter von nur 33 Jahren dies jäh beendete. „I puritani“ gilt als eines seiner raffiniertesten Werke in der Instrumentierung und als eines der vielfältigsten in den Charakterzeichnungen. „Das Fröhliche, das Traurige, das Robuste der Stücke, alles wurde mit Applaus bedacht“, schrieb Bellini selbst nach der Premiere in Paris.
Die Neuinszenierung am Teatro Regio wird von Francesco Lanzillotta dirigiert, der sich in Turin bereits mit gefeierten Aufführungen von „Norma“ und „La rondine“ einen Namen gemacht hat. Für die Regie, das Bühnenbild und die Kostüme zeichnet Pierre-Emmanuel Rousseau verantwortlich, der nach seinen jüngsten Erfolgen am Regio mit „Il barbiere di Siviglia“ und „La rondine“ einen neuen Ansatz zwischen Klassizismus und Neoromantik verspricht.
Ein herausragendes Ensemble erweckt die Charaktere zum Leben: Der internationale Star John Osborn brilliert in der Rolle des Arturo, während Gilda Fiume als Elvira und Simone Del Savio ihre beeindruckenden Stimmen und darstellerischen Fähigkeiten beisteuern. Begleitet werden sie vom Orchester und Chor des Teatro Regio Torino, einstudiert von Ulisse Trabacchin. „I puritani“ ist ein Fest für die Sinne und eine tief berührende Erfahrung, die die emotionale Kraft der Belcanto-Oper in ihrer reinsten Form zelebriert.
Hintergrund und Geschichte zur Oper "I puritani" von Vincenzo Bellini
Vincenzo Bellinis „I puritani“ (Die Puritaner) ist ein Höhepunkt der Belcanto-Oper und Bellinis letzte vollendete Komposition, die am 24. Januar 1835 am Théâtre-Italien in Paris uraufgeführt wurde. Die Oper basiert auf dem französischen Drama „Têtes rondes et Cavaliers“ von Jacques-François Ancelot und Joseph Xavier Boniface (Pseudonym „Saintine“), welches die Konflikte zwischen den puritanischen Anhängern Oliver Cromwells und den Royalisten zur Zeit des englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert beleuchtet. Bellini, der für seine langen, melancholischen Melodien bekannt war, erreichte hier eine neue Ebene der Ausdruckskraft.
Die Handlung konzentriert sich auf das tragische Liebesdreieck zwischen Elvira, einer Puritauerin, ihrem Geliebten Arturo Talbo, einem Royalisten, und Riccardo Forth, ebenfalls ein Puritaner, der Elvira heiraten möchte. Der politische Konflikt wird zum Katalysator für persönliche Dramen, insbesondere für Elviras Wahnsinnsszene im ersten Akt, wenn sie glaubt, von Arturo verlassen worden zu sein. Diese Szene („Qui la voce sua soave… Vien, diletto“) gehört zu den berühmtesten Belcanto-Arien überhaupt und ist ein Paradebeispiel für Bellinis Fähigkeit, psychischen Schmerz durch gesangliche Virtuosität auszudrücken.
„I puritani“ ist auch bemerkenswert für die technische Brillanz, die sie von den Sängern verlangt, insbesondere von den Tenören (Arturo) und Sopranen (Elvira). Bellini schrieb extrem hohe und koloraturreiche Partien, die bis heute eine Herausforderung für jede Besetzung darstellen. Die Oper war ein sofortiger Erfolg und festigte Bellinis Ruf als Meister der italienischen Oper, der trotz seines frühen Todes ein bleibendes Erbe von unvergleichlicher melodischer Schönheit hinterließ. Die Reinheit seiner Linienführung und die Eleganz seiner Harmonien haben Komponisten wie Chopin und Wagner tief beeindruckt und beeinflusst. Bis heute fasziniert „I puritani“ durch seine lyrische Tiefe und die Fähigkeit, überzeitliche menschliche Emotionen durch die Kraft der Melodie zu vermitteln.
Besetzung und Kreativteam von Vincenzo Bellinis „I puritani“ (Die Puritaner)
Opera seria in three acts
Musik von Vincenzo Bellini
Libretto von Carlo Pepoli
based on from the historical drama Têtes rondes et Cavaliers by Jacques-François Ancelot and Joseph-Xavier Boniface “Saintine”
Uraufführung: Paris, Théâtre Italien, 24.01.1835
Übertitel in italienisch/englisch
Die Künstler
Dirigent • Francesco Lanzillotta
Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme • Pierre-Emmanuel Rousseau
Assistent am Set • Guillemine Burin des Roziers
Licht • Gilles Gentner
Chorleiter • Ulisse Trabacchin
Orchester und Chor des Teatro Regio Torino
Neuinszenierung Teatro Regio Torino
Besetzung
Elvira • Gilda Fiume
Arturo Talbo • John Osborn
Giorgio Valton • Nicola Ulivieri
Riccardo Forth • Simone Del Savio
Gualtiero Valton • Andrea Pellegrini
Dama di Villa Forte • Chiara Tirotta
Bruno Roberton • Saverio Fiore
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