Das Drama der verpassten Gelegenheiten
1. Akt: Auf einem ländlichen Gutshof schwärmt die romantische und schüchterne Tatjana für Bücher. Als der dandyhafte, weltmännische Evgenij Onegin zu Besuch kommt, verliebt sie sich unsterblich in ihn. In einer schlaflosen Nacht schreibt sie ihm einen leidenschaftlichen Brief. Onegin jedoch weist sie am nächsten Tag kühl und belehrend ab: Er sei nicht für die Ehe geschaffen und schätze seine Freiheit.
2. Akt: Auf Tatjanas Namenstagsfest langweilt sich Onegin und beginnt aus reiner Provokation, mit Olga zu flirten – der Schwester Tatjanas und Verlobten seines besten Freundes, des Dichters Lenskij. Der Streit eskaliert: Lenskij fordert Onegin tief gekränkt zum Duell. Im Morgengrauen kommt es zur Tragödie: Onegin erschießt seinen Freund und flieht, von Reue gequält, ins Ausland.
3. Akt: Jahre später kehrt Onegin nach Sankt Petersburg zurück. Auf einem glanzvollen Ball trifft er Tatjana wieder – doch sie ist nicht mehr das schüchterne Landmädchen, sondern die würdevolle, elegante Ehefrau des älteren Fürsten Gremin. Plötzlich entbrennt Onegin in rasender Leidenschaft für sie. Bei einer letzten, verzweifelten Begegnung gesteht Tatjana ihm, dass sie ihn immer noch liebt, verweigert sich jedoch einem Ausbruch aus ihrer Ehe. Sie verlässt den Raum und lässt Onegin einsam und verzweifelt zurück.