Sir Simon Rattle: Als Chefdirigent des BRSO hat er das Orchester in eine neue Ära geführt. Seine Fähigkeit, komplexe moderne Partituren mit derselben Detailtiefe wie klassisches Repertoire zu durchleuchten, macht ihn zum idealen Interpreten für Strawinsky.
Stephen Hough: Der britisch-australische Pianist ist ein wahrer Polymath – Komponist, Autor und einer der führenden Pianisten weltweit. Sein Spiel zeichnet sich durch Klarheit, Eleganz und eine beeindruckende technische Souveränität aus.
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO): Regelmäßig in den Top-Rängen der weltbesten Orchester gelistet, ist das BRSO berühmt für seinen homogenen, brillanten Klang und seine unglaubliche stilistische Flexibilität.
- Dirigent • Sir Simon Rattle
- Klavier • Stephen Hough
- Orchester • Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Programm:
Vom russischen Seelendrama zur rhythmischen Revolution
Der Abend beginnt mit einem Meilenstein der Klavierliteratur: Sergei Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll, op. 30. . Oft als der „Mount Everest“ für Pianisten bezeichnet, fordert dieses Werk nicht nur eine stupende Technik, sondern auch eine tiefe emotionale Durchdringung. Mit Stephen Hough, einem der intellektuellsten und technisch brillantesten Pianisten unserer Zeit, ist eine Interpretation zu erwarten, die sowohl die lyrische Zartheit als auch die monumentale Kraft Rachmaninows perfekt ausbalanciert.
Nach der Pause widmet sich Sir Simon Rattle zwei Werken von Igor Strawinsky, die dessen enorme kompositorische Entwicklung verdeutlichen. Den Anfang macht das Grablied, op. 5, ein Werk, das über ein Jahrhundert lang als verschollen galt und erst 2015 wiederentdeckt wurde. Es ist Strawinskys tief empfundene Hommage an seinen Lehrer Rimski-Korsakow und schlägt eine Brücke zwischen der russischen Tradition und Strawinskys eigenem, aufkeimendem Stil.
Den krönenden Abschluss bildet Le Sacre du printemps. Das Werk, dessen Uraufführung 1913 in Paris einen der berühmtesten Skandale der Musikgeschichte auslöste, hat die orchestrale Sprache für immer verändert. Mit seinen archaischen Rhythmen und der rohen, unbändigen Energie ist es ein Paradestück für das BRSO. Unter Rattles präziser und zugleich leidenschaftlicher Stabführung wird die Partitur in der einzigartigen Akustik der Mailänder Scala ihre volle, elektrisierende Wirkung entfalten.
- Sergei Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll, op. 30
- Igor Strawinsky: Grablied, op. 5
- Igor Strawinsky: Le Sacre du printemps