Venere e Adone thematisiert den tragischen Mythos der Liebesgöttin Venus und ihres sterblichen Geliebten Adonis. Doch Sciarrino erzählt keine klassische Liebesgeschichte – sein Werk ist vielmehr eine fragile Klangmeditation über Schönheit, Begehren, Eifersucht und Tod.
Amore beobachtet, wie die Göttin Venere sich in den schönen, sterblichen Adone verliebt. Doch die Götterwelt ist unruhig: Marte, ihr früherer Liebhaber, tobt vor Eifersucht. Vulcano, ihr Gatte, grollt. Die Berühmtheit („La Fama“) flüstert, schweigt und multipliziert das Gerücht. Schließlich tritt ein Monster aus der Tiefe hervor – eine Verkörperung blinder Gewalt.
Adone wird tödlich verletzt. Venere bleibt allein zurück, unfähig, den Lauf der Dinge zu stoppen. Der Mythos endet nicht mit Erlösung, sondern im Auflösen jeder Ordnung: ein Schiffbruch der Bedeutungen.