Die Macht des Exotischen und Kulturellen Konflikts
Alzira ist eine Oper von Giuseppe Verdi aus dem Jahr 1845, die auf einem Theaterstück von Voltaire basiert und vor dem Hintergrund der spanischen Eroberung Perus angesiedelt ist. Entsprechend dem Festivalthema „Mondi Lontani“ (Ferne Welten) versetzt dieses Stück das Publikum in ein exotisches, fremdes Setting, das für die europäische Kultur des 19. Jahrhunderts so faszinierend war. Die Oper dreht sich um das klassische Dreiecksverhältnis zwischen der schönen Inka-Jungfrau Alzira, ihrem Geliebten Zamoro (einem indigenen Krieger) und dem spanischen Gouverneur Gusmano, der Alzira begehrt. Das Libretto, das in nur 20 Tagen geschrieben wurde, mag komprimiert wirken, aber es brodelt vor dramatischer Intensität, Liebe, Rache und politischem Konflikt. Musikalisch zeichnet sich Alzira durch ihre Energie und ihren frühen melodischen Schwung aus, der für Verdis sogenannte „Galeerenjahre“ typisch ist. Die Aufführung der kritischen Edition stellt die musikalische Texttreue wieder her und ermöglicht es, dieses oft unterschätzte Werk mit den Augen des 21. Jahrhunderts neu zu bewerten. James Conlon als Dirigent gewährleistet dabei eine stilistisch fundierte und leidenschaftliche Interpretation, während Manuel Rengas Neuinszenierung (Nuovo allestimento) die visuellen und narrativen Schichten des interkulturellen Konflikts in den Fokus rücken wird.